Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Galileo_Galilei
Galileo Galilei 


(* 15. Februar 1564 in Pisa;  29. Dezember 1641jul./ 8. Januar 1642greg. in Arcetri bei Florenz) war ein italienischer Universalgelehrter. Er war Philosoph, Mathematiker, Ingenieur, Physiker, Astronom und Kosmologe. Viele seiner Entdeckungen, vor allem in der Mechanik und der Astronomie, gelten als bahnbrechend. Er entwickelte die Methode, die Natur durch die Kombination von Experimenten, Messungen und mathematischen Analysen zu erforschen und wurde damit einer der wichtigsten Begrnder der neuzeitlichen exakten Naturwissenschaften. Berhmt wurde er auch dadurch, dass die katholische Kirche ihn verurteilte, was sie erst 1992 widerrief.
Herkunft und Lehrjahre

Galileo Galilei stammte aus einer verarmten Florentiner Patrizierfamilie. Sein Familienzweig hatte den Namen eines bedeutenden Vorfahren angenommen, des Arztes Galileo Bonaiuti (15. Jahrhundert). Galileis Vater Vincenzo war vorbergehend nach der Heirat mit Giulia Ammannati (Pisa, 1562) Tuchhndler, ansonsten aber Musiker, Komponist und Musiktheoretiker und hatte mathematische Kenntnisse und Interessen; er lebte ab den 1570er Jahren stndig in Florenz und untersuchte den Zusammenhang zwischen Saitenspannung und Tonhhe und erkannte dabei eine nichtlineare Beziehung der Physik.

Galilei wurde als Novize im Kloster der Vallombrosaner erzogen und zeigte Neigung, in den Benediktinerorden einzutreten, wurde aber von seinem Vater nach Hause geholt und 1580 zum Medizinstudium nach Pisa geschickt, wo sich Galileo 1581 einschrieb.

Nach vier Jahren brach er sein Studium ab und ging nach Florenz, um bei Ostilio Ricci, einem Gelehrten aus der Schule von Nicolo Tartaglia, Mathematik zu studieren. Er bestritt seinen Lebensunterhalt mit Privatunterricht, beschftigte sich mit angewandter Mathematik, Mechanik und Hydraulik und begann, in den gebildeten Kreisen der Stadt mit Vortrgen und Manuskripten auf sich aufmerksam zu machen. Vor der Accademia Fiorentina glnzte er mit einem geometrisch-philologischen Referat ber die Topografie von Dantes Hlle (Due lezioni allAccademia fiorentina circa la figura, sito e grandezza dellInferno di Dante, 1588). 1585/86 verffentlichte er erste Ergebnisse zur Schwere fester Krper (Theoremata circa centrum gravitatis solidorum) (in der Tradition von Archimedes Schrift darber) und lste ein antikes Problem (Heron) durch Konstruktion einer hydrostatischen Waage zur Bestimmung des spezifischen Gewichts (La bilancetta, Manuskript). Seine 1587 erfolgte Bewerbung um eine Professorenstelle fr Mathematik an der Ppstlichen Universitt von Bologna hatte keinen Erfolg, obwohl er sich in der Bewerbung drei Jahre lter machte. Man zog den lteren Giovanni Antonio Magini vor, der auerdem dort studiert hatte. Die Gutachter vermuteten auch einen Fehler in den von Galilei der Bewerbung beigegebenen mathematischen Schriften.[1] Danach schuf er sich aber einen Ruf als Mathematiker in Florenz unter anderem durch ffentliche Vorlesungen in der Akademie ber die Architektur-Mae der Hlle (1588) und durch ein Manuskript ber die Theorie der Schwerpunkte in der Tradition von Archimedes (1587), das er zirkulieren lie.
Standbild; Uffizien, Florenz
Hochschullehrer in Pisa, 15891592

Im Jahr 1589 erhielt Galilei fr drei Jahre eine Stelle als Hochschullehrer[2] und Inhaber des Lehrstuhls fr Mathematik an der Universitt Pisa. Er unterrichtete Euklids Elemente und elementare Astronomie sowie Astrologie fr Mediziner.[3] Die Bezahlung war allerdings gering; dennoch gelang es ihm, vorzgliche Instrumente zu bauen und zu verkaufen. Auch entwickelte er ein  noch sehr ungenau arbeitendes  Thermometer. Er untersuchte die Pendelbewegung und fand, dass die Periode nicht von der Auslenkung oder dem Gewicht des Pendels, sondern von dessen Lnge abhngt. Bis in seine letzten Lebensjahre beschftigte ihn das Problem, wie man diese Entdeckung zur Konstruktion einer Pendeluhr nutzen kann.

Ausgehend von der Bewegung des Pendels fhrte Galilei zur Untersuchung der Fallgesetze die schiefe Ebene mit anschlieender horizontaler Bahn als Versuchsanordnung ein. Er experimentierte daran mit Kugeln aus verschiedenen Materialien. Das erlaubte es erstmals, den langsam anrollenden Kugeln eine bestimmte Geschwindigkeit zu erteilen und diese zu messen. So entdeckte er die Beschleunigung und die Tatsache, dass diese etwas von der Geschwindigkeit vllig verschiedenes ist. Dies wiederum lie sich am besten in der Formelsprache der Mathematik darstellen. Am deutlichsten formulierte Galilei diese neue Einstellung zur Physik 1623 im Saggiatore:

    La filosofia  scritta in questo grandissimo libro che continuamente ci sta aperto innanzi a gli occhi (io dico luniverso), ma non si pu intendere se prima non simpara a intender la lingua, e conoscer i caratteri, ne quali  scritto. Egli  scritto in lingua matematica, e i caratteri son triangoli, cerchi, ed altre figure geometriche, senza i quali mezi  impossibile a intenderne umanamente parola; senza questi  un aggirarsi vanamente per un oscuro laberinto.

    Die Philosophie steht in diesem groen Buch geschrieben, dem Universum, das unserem Blick stndig offen liegt. Aber das Buch ist nicht zu verstehen, wenn man nicht zuvor die Sprache erlernt und sich mit den Buchstaben vertraut gemacht hat, in denen es geschrieben ist. Es ist in der Sprache der Mathematik geschrieben, und deren Buchstaben sind Kreise, Dreiecke und andere geometrische Figuren, ohne die es dem Menschen unmglich ist, ein einziges Wort davon zu verstehen; ohne diese irrt man in einem dunklen Labyrinth herum.

 Galileo Galilei: Il Saggiatore[4]

Galileis Schler und erster Biograf Vincenzo Viviani behauptete, Galilei habe in Pisa auch Fallversuche vom Schiefen Turm unternommen. In Galileis eigenen Schriften und Aufzeichnungen findet sich jedoch kein Hinweis auf solche Versuche. Davon zu unterscheiden ist das Turmargument als Gedankenexperiment, auf das Galilei in seinem Hauptwerk Dialogo eingeht.

Galilei fasste die Ergebnisse seiner mechanischen Untersuchungen in einem Manuskript zusammen, das heute als De motu antiquiora zitiert wird und erst 1890 gedruckt wurde. Darin enthaltene Angriffe auf Aristoteles nahmen seine aristotelisch geprgten Kollegen in Pisa unfreundlich auf. Galileis Anstellung wurde 1592 nicht verlngert. Seine materielle Situation war zustzlich dadurch verschrft, dass 1591 sein Vater gestorben war und er nun als ltester Sohn auch fr seine Geschwister (ein Bruder und drei Schwestern) und Mutter Verantwortung bernehmen musste.[5]
Professor in Padua, 15921610

Dank guter Protektion wurde Galilei 1592 auf den Lehrstuhl fr Mathematik in Padua berufen, auf den sich auch Giordano Bruno Hoffnungen gemacht hatte. In Padua, das zur reichen und liberalen Republik Venedig gehrte, blieb Galilei 18 Jahre lang.

Obwohl seine Stelle wesentlich besser dotiert war als die vorige in Pisa, besserte Galilei sein Salr auf, indem er neben seinen akademischen Vorlesungen vornehmen Schlern Privatunterricht erteilte, darunter zwei spteren Kardinlen. Ferner vertrieb Galilei ab 1597 einen Proportionszirkel. Fr die Fertigung dieses Vorlufers des Rechenschiebers, der Compasso genannt wurde und dessen Konstruktion er erheblich verbessert hatte, beschftigte er einen eigenen Mechaniker. Bereits in diesem Jahr lie er in einem Brief an Johannes Kepler deutlich erkennen, dass er das heliozentrische Weltsystem gegenber dem vorherrschenden Glauben an das geozentrische Weltbild favorisierte:  unser Lehrer Copernicus, der verlacht wurde.

Die heute nach Kepler benannte Supernova von 1604 veranlasste ihn zu drei ffentlichen Vortrgen, in denen er die aristotelische Astronomie und Naturphilosophie angriff. Aus der Tatsache, dass keine Parallaxe festgestellt werden konnte, schloss Galilei wie bereits 1572 Tycho Brahe, dass der neue Stern weit von der Erde entfernt sei und sich deshalb in der Fixsternsphre befinden msse. Nach herrschender Lehre wurde diese Sphre fr unvernderlich gehalten und Galilei vertrat damit ein weiteres Argument gegen die Anschauungen der Peripatetiker, wie man die Aristoteles-Schler auch nannte. Seine Untersuchungen zu den Bewegungsgesetzen setzte er in diesen Jahren fort.
Aufzeichnungen zu Galileis Entdeckung der Jupitermonde (1610)

1609 erfuhr Galilei von dem im Jahr zuvor in Holland von Jan Lippershey erfundenen Fernrohr. Er baute aus kuflichen Linsen ein Gert mit ungefhr vierfacher Vergrerung, lernte dann selbst Linsen zu schleifen und erreichte bald eine acht- bis neunfache, in spteren Jahren bis zu 33-fache Vergrerung. Aus dieser Zeit stammt auch ein in der Nationalbibliothek von Florenz entdeckter Einkaufszettel, der Einblick gibt, wie Galilei seine diesbezglichen Erkenntnisse in die Praxis umsetzte.[6]

Am 25. August 1609 fhrte Galilei sein Instrument, dessen militrischer Nutzen auf der Hand lag und das im Gegensatz zum wenig spter entwickelten Keplerschen Fernrohr eine aufrecht stehende Abbildung lieferte, der venezianischen Regierung  der Signoria  vor. Das Instrument machte einen tiefen Eindruck und Galilei berlie der Signoria das vllig illusorische alleinige Recht zur Herstellung solcher Instrumente, woraufhin sein Gehalt erhht wurde. Verschiedentlich wurde behauptet, Galilei habe die Erfindung des Fernrohrs wider besseres Wissen fr sich beansprucht, so durch Brecht im Drama Leben des Galilei und durch Hans Conrad Zander, der sich auf das Galilei-Zitat zu einem neulich von ihm erfundenen Fernrohr aus dem Sidereus Nuncius beruft.[7] Dagegen hat Galilei die Grundidee des Teleskops wohl nicht als seine eigene Erfindung ausgegeben, eine Gehaltskrzung (-suspension) im folgenden Jahr deutet aber an, dass sich die Signoria durchaus hinters Licht gefhrt fhlte.
Federzeichnung aus dem Sidereus Nuncius und Foto

Als einer der ersten Menschen nutzte Galilei ein Fernrohr zur Himmelsbeobachtung. Dies bedeutete eine Revolution in der Astronomie, denn bis dahin waren die Menschen auf Beobachtungen mit dem bloen Auge angewiesen. Er stellte fest, dass die Oberflche des Mondes rau und uneben ist, mit Erhebungen, Klften und Kratern. Er erkannte zudem, dass die dunkle Partie der Mondoberflche von der Erde aufgehellt wird (sog. Erdschein) und dass die Planeten  im Gegensatz zu den Fixsternen  als Scheiben zu sehen sind. Er entdeckte die vier grten Monde des Jupiter, die er in Vorbereitung seines Wechsels an den Medici-Hof die Mediceischen Gestirne nannte und die heute als die Galileischen Monde bezeichnet werden. Er beobachtete, dass es sich bei der Milchstrae nicht um ein nebliges Gebilde (wie es dem bloen Auge vorkommt), sondern um nihil aliud quam innumerarum Stellarum coacervatim consitarum congeries (nichts anderes als eine Anhufung zahlloser Sterne) handelt. Diese Entdeckungen und seine Federzeichnung der Mondoberflche wurden im Sidereus Nuncius (Sternenbote bzw. Nachricht von den Sternen) von 1610 verffentlicht und machten Galilei auf einen Schlag berhmt. Obwohl Galilei darin die Abbildung eines unbersehbar nichtexistenten groen Mondkraters am Terminator publizierte,[8] war der Sidereus Nuncius innerhalb weniger Tage vergriffen.
Hofmathematiker in Florenz, ab 1610
Schreibtisch von Galileo Galilei im nachgebildeten Galilei-Raum im Deutschen Museum in Mnchen.[9]

Im Herbst 1610 ernannte der Groherzog der Toskana und ehemalige Schler Galileis Cosimo II. de Medici ihn zum Hofmathematiker, Hofphilosophen und zum ersten Mathematikprofessor in Pisa ohne jede Lehrverpflichtung. Galilei bekam damit volle Freiheit, sich ganz seinen Forschungen zu widmen. Bereits 1605 war Galilei zum Mitglied der Florentiner Accademia della Crusca gewhlt worden, nach seiner bersiedlung bernahm er in ihr auch Fhrungsaufgaben. 1658 beschloss die Akademie, seine Opere in der nchsten Ausgabe des Vocabolario (1691 verffentlicht) als eine der Textgrundlagen fr mathematische und philosophische Terminologie zu benutzen.[10]

Sptestens bei der Umsiedlung nach Florenz trennte sich Galilei von Marina Gamba, seiner Haushlterin, mit der er drei Kinder hatte: Virginia (Ordensname: Maria Celeste; 16001634), Livia (Ordensname: Arcangela; 16011659) und Vincenzio (16061669). Mit Hilfe eines Bewunderers, des Kardinals Maffeo Barberini und spteren Papstes Urban VIII., brachte Galilei seine Tchter noch vor Erreichen des Mindestalters in einem Kloster unter, denn sie hatten als uneheliche Kinder kaum Aussichten auf eine standesgeme Heirat. Der Sohn wurde 1613 zu seinem Vater nach Florenz geschickt, nachdem Marina Gamba einen Mann namens Giovanni Bartoluzzi geheiratet hatte. Galilei legitimierte ihn spter.
Weitere astronomische Entdeckungen

Galilei setzte seine astronomischen Beobachtungen fort und fand heraus, dass der Planet Venus Phasengestalten wie der Mond zeigt. Die Venussichel und die volleren Phasen interpretierte er derart, dass die Venus zeitweise zwischen Sonne und Erde steht, zu anderen Zeiten aber jenseits der Sonne. Darber korrespondierte er mit den rmischen Jesuiten um Christophorus Clavius (mit diesem hatte er bereits 1587 eine kontroverse Diskussion gefhrt), welche die Phasengestalt der Venus bereits unabhngig von ihm entdeckt hatten. ber die kosmologischen Konsequenzen und darber, dass das ptolemische Weltbild nicht mehr lnger haltbar war, waren sich der jesuitische Mathematiker und der Astronom mehr oder weniger im Klaren.

In seiner Begeisterung ber seine wissenschaftlichen Erkenntnisse sandte er in seiner Werkstatt gefertigte Fernrohre an Freunde und andere Wissenschaftler. Jedoch erreichten nur wenige Exemplare das gewnschte Auflsungsvermgen. So konnte es geschehen, dass manche die Jupitermonde und andere seiner Entdeckungen nicht erkennen konnten und ihm Tuschungsabsichten unterstellten.

Im Jahr 1611 besuchte Galilei Rom. Er wurde fr seine Entdeckungen hoch geehrt und machte mittels seines Teleskops seinen Freunden  darunter auch Jesuiten  unverzglich le cose nuove del cielo (die neu entdeckten Gegenstnde am Himmel) zugnglich: den Jupiter mit seinen vier Begleitern, den gebirgigen, zerklfteten Mond, die gehrnte, d. h. sichelfrmige Venus und den dreifachen Saturn. Er wurde daraufhin zum sechsten Mitglied der Accademia dei Lincei ernannt. Diese Ehre war ihm so wichtig, dass er sich fortan Galileo Galilei Linceo nannte.

Bei diesem Aufenthalt hatte er eine Audienz bei Papst Paul V. und traf seinen alten Bewunderer Maffeo Barberini. Ein Jahr spter war Barberini dabei, als Galilei eine weitere, unhaltbare Behauptung des Aristoteles mit einem simplen, aber berzeugenden Experiment widerlegte: Eis schwimmt auf Wasser nicht deswegen, weil es zwar schwerer, aber flach ist, sondern weil es leichter ist.

Zwischen Ende 1610 und Mitte 1611 beobachtete Galilei erstmals mit dem Teleskop dunkle Flecken auf der Sonnenscheibe. Diese Entdeckung der Sonnenflecken verwickelte ihn in eine Auseinandersetzung mit dem Jesuiten Christoph Scheiner: Man stritt sowohl um die Prioritt als auch um die Deutung. Um die Vollkommenheit der Sonne zu retten, nahm Scheiner an, dass die Flecken Satelliten seien, wogegen Galilei die Beobachtung anfhrte, dass Sonnenflecken entstehen und vergehen. Er verffentlichte diese Erkenntnis 1613 in Lettere solari, einem der ersten wissenschaftlichen Werke, die nicht in lateinischer Sprache, sondern in Umgangssprache verfasst wurden.

Fr Galilei war es offensichtlich, dass seine astronomischen Beobachtungen das heliozentrische Weltbild des Nikolaus Kopernikus sttzten, aber keinen zwingenden Beweis lieferten: Smtliche Beobachtungen wie etwa die Venusphasen waren auch mit dem Weltmodell des Tycho Brahe vereinbar, wonach sich Sonne und Mond um die Erde, die brigen Planeten aber um die Sonne drehen. Tatschlich gelang es erst James Bradley im Jahre 1729, mit der stellaren Aberration die Eigenbewegung der Erde gegenber der Fixsternsphre nachzuweisen.

Galilei hielt sich bei der Interpretation seiner astronomischen Beobachtungen zunchst zurck. Jedoch war ihm wohl schon in seiner Zeit in Pisa der Gedanke gekommen, die Drehungen (revolutiones) der Erde um ihre Achse und um die Sonne seien die Ursache fr die Gezeiten: die Gewsser wrden dabei beschleunigt und hin- und herbewegt. Damit glaubte er, einen Beweis fr das kopernikanische Weltbild in Hnden zu haben. Erst Isaac Newton konnte jedoch im Jahre 1687 beweisen, dass neben der Zentrifugalkraft auch die Anziehungskrfte der Massen von Mond und Sonne fr Ebbe und Flut urschlich sind.

Kontroverse Diskussionen am Florentiner Hof veranlassten Galilei zu erklren, dass eine mit dem kopernikanischen System vertrgliche Bibelauslegung mglich sei (Brief an seinen Schler und Nachfolger in Pisa, Benedetto Castelli, 21. Dezember 1613;[11] Brief an die Groherzogin-Mutter Christine von Lothringen, 1615,[12] jedoch erst 1636 verffentlicht). Der Brief an Castelli wurde in fehlerhafter Abschrift der Inquisition zugespielt, was Galilei veranlasste, eine korrekte Abschrift hinterherzusenden und selbst nach Rom zu reisen, um seinen Standpunkt zu vertreten.

Im Mrz 1614 gelang es Galilei, das spezifische Gewicht der Luft als ein 660stel des Gewichts des Wassers zu bestimmen  herrschende Meinung war bis zu diesem Zeitpunkt, dass Luft keinerlei Gewicht hat. Dies war eine weitere Widerlegung aristotelischer Anschauungen. In dieser Zeit war er hufig als Gutachter fr den Groherzog in technisch-physikalischen Fragen ttig. Als Forscher beschftigte er sich insbesondere mit Hydrodynamik, Lichtbrechung in Glas und Wasser sowie Mechanik mit der mathematischen Beschreibung der Beschleunigung beliebiger Krper.

In den Jahren 16101614 hielt er sich hufig auf dem Landgut seines Freundes Filippo Salviati auf, um seine seit Jahren angeschlagene Gesundheit wiederherzustellen.
Das Verfahren von 1616

Im Jahr 1615 verffentlichte der Kleriker Paolo Antonio Foscarini (circa 15651616) ein Buch, das beweisen sollte, dass die kopernikanische Astronomie nicht der Heiligen Schrift widersprach. Daraufhin erffnete die Rmische Inquisition nach Vorarbeit des bedeutenden Kirchenlehrers Kardinal Robert Bellarmin, einer zentralen Persnlichkeit der Kurie und der Inquisition, ein Untersuchungsverfahren. 1616 wurde Foscarinis Buch gebannt. Zugleich wurden einige nichttheologische Schriften ber kopernikanische Astronomie, darunter auch ein Werk von Johannes Kepler, auf den Index Librorum Prohibitorum gesetzt. Das Hauptwerk des Copernicus, De revolutionibus orbium coelestium, in dessen Todesjahr 1543 erschienen, wurde nicht verboten, sondern suspendiert: Es durfte fortan bis 1822 im Einflussbereich der Rmischen Inquisition nur noch in Bearbeitungen erscheinen, die betonten, dass das heliozentrische System ein bloes mathematisches Modell sei.

An diesem Verfahren, das nicht zu den Inquisitionsprozessen gezhlt werden kann, war Galilei offiziell nicht beteiligt. Seine Haltung war jedoch ein offenes Geheimnis, auch wenn das Schreiben an die Groherzogin-Mutter noch nicht verffentlicht war. Wenige Tage nach der frmlichen Index-Beschlussfassung schrieb Bellarmin an Galilei einen Brief mit der Versicherung, Galilei habe keiner Lehre abschwren mssen; gleichzeitig jedoch enthielt dieses Schreiben die nachdrckliche Ermahnung, das kopernikanische System in keiner Weise als Tatsache zu verteidigen, sondern allenfalls als Hypothese zu diskutieren. Dieser Brief wurde im Prozess von 1632/33 als Beweis fr Galileis Ungehorsam zitiert. Allerdings gab es in den Akten zwei verschiedene Fassungen, von denen nur eine korrekt unterschrieben und zugestellt war, weshalb im 19. und 20. Jahrhundert einige Historiker annahmen, die Inquisitionsbehrde habe 1632 zu Ungunsten Galileis einen Beweis geflscht.

Galilei hielt sich von nun an mit uerungen in der ffentlichkeit zum kopernikanischen System zurck. Ab 1616 beschftigte er sich intensiv mit der Mglichkeit, die Bewegungen der Jupitermonde als Zeitmesser zu nutzen, um das Lngengradproblem zu lsen. Allerdings blieb er damit erfolglos. Auch vernderte er erstmals ein Teleskop in ein Mikroskop, ohne jedoch die damit mglichen Entdeckungen ernsthaft weiter zu verfolgen.
Saggiatore
Titelseite von Il Saggiatore, Kupferstich von Francesco Villamena, 1623

1623 wurde Galileis alter Frderer, Kardinal Maffeo Barberini, zum Papst gewhlt (Urban VIII.). Galilei widmete ihm sogleich seine Schrift Saggiatore, eine Polemik gegen den Jesuitenpater Orazio Grassi ber die Kometenerscheinungen von 16181619, ber atomistische und methodologische Fragen. In diesem Buch, an dem er seit 1620 gearbeitet hatte, uerte Galilei seine berhmt gewordene berzeugung, die Philosophie (nach dem Sprachgebrauch der Zeit ist damit die Naturwissenschaft gemeint) stehe in dem Buch der Natur, und dieses Buch sei in mathematischer Sprache geschrieben: Ohne Geometrie zu beherrschen, verstehe man kein einziges Wort. Seither gilt Galilei als Begrnder der modernen, mathematisch orientierten Naturwissenschaften, gleichzeitig enthielt dies eine klare Absage an Alchemie und Astrologie.

Im Saggiatore griff er auf eine Theorie des Aristoteles ber Meteore zurck und interpretierte die Kometen als erdnahe optische Effekte, vergleichbar den Phnomenen wie Regenbogen oder Polarlicht. Zur Zeit der Kometenerscheinungen war Galilei allerdings aus gesundheitlichen Grnden nicht in der Lage, selbst Beobachtungen anzustellen. Seine empirisch nicht fundierte Polemik gegen die Theorie der Kometen, die Tycho Brahe und Orazio Grassi vertraten, ist als indirekte Verteidigung des kopernikanischen Systems zu verstehen, das durch die Annahme sich nicht auf Kreisbahnen bewegender Himmelskrper bedroht gewesen wre.

Das Saggiatore wurde anonym wegen Atomismus und damit Versto gegen die die Eucharistie betreffenden Dogmen des tridentinischen Konzils angezeigt. Unter Zuhilfenahme eines Geflligkeitsgutachtens Pater Giovanni Guevaras lieen die Gnner Galileis im Vatikan diese Anzeige versanden. Der Wissenschaftshistoriker Pietro Redondi vermutet deshalb, dass auch dem Prozess 1633 eine Anzeige wegen Atomismus und damit hretischen Ansichten bezglich des Abendmahls zugrunde liegt, die jedoch durch Intervention der eigens geschaffenen ppstlichen Untersuchungskommission auf die weit weniger brisante Frage des Kopernikanismus bzw. des Ungehorsams abgelenkt wurde.
Der Dialog ber die zwei Weltsysteme
Titelblatt von Galileis Dialog: Aristoteles, Ptolemus und Copernicus diskutieren.

1624 reiste Galilei nach Rom und wurde sechs Mal von Papst Urban VIII. empfangen, der ihn ermutigte, ber das kopernikanische System zu publizieren, solange er dieses als Hypothese behandle; den Brief von Bellarmin an Galilei aus dem Jahr 1616 kannte Urban VIII. damals nicht.

Nach langen Vorarbeiten und wieder unterbrochen durch Krankheiten, vollendete Galilei 1630 den Dialogo di Galileo Galilei sopra i due Massimi Sistemi del Mondo Tolemaico e Copernicano (Dialog von Galileo Galilei ber die zwei wichtigsten Weltsysteme, das ptolemische und das kopernikanische). In diesem Buch erklrte Galilei unter anderem sein Relativittsprinzip und seinen Vorschlag zur Bestimmung der Lichtgeschwindigkeit. Die erste przise Messung der Lichtgeschwindigkeit auf der Erde gelang erst 1849 Fizeau. Als vermeintlich strkstes Argument fr das kopernikanische System diente Galilei seine  irrige  Theorie der Gezeiten.

Im Mai 1630 reiste Galilei erneut nach Rom, um bei Papst Urban VIII. und dem fr die Zensur verantwortlichen Inquisitor Niccol Riccardi ein Imprimatur zu erwirken. Er erhielt daraufhin eine vorlufige Druckerlaubnis. Zurck in Florenz entschied Galilei aus verschiedenen Grnden, sich mit dem Imprimatur durch den Florentiner Inquisitor zu begngen und das Werk in Florenz drucken zu lassen. Zwei dieser Grnde waren der Tod des Herausgebers Frst Cesi, Grnder der Accademia dei Lincei, und eine Pestepidemie. Aufgrund verschiedener Schwierigkeiten, ausgelst durch Riccardi, konnte der Druck aber erst im Juli 1631 beginnen. Im Februar 1632 erschien der Dialogo. Das Buch widmete Galileo Galilei dem Groherzog Ferdinando II. de Medici und hndigte ihm das erste gedruckte Exemplar am 22. Februar aus.[13]

In zweierlei Hinsicht setzte der Dialogo im aktuellen, astronomischen und eben auch weltanschaulich-theologischen Diskurs neue Akzente: 1. An die Stelle der Wissenschaftssprache Latein trat die Volkssprache Italienisch, denn die Diskussionen sollten gezielt ber die Kreise der Wissenschaft hinausgetragen werden. 2. Er verschwieg bewusst das von den Jesuiten  u. a. Clavius, Giovanni Riccioli, Grimaldi  favorisierte Tychonische Planetenmodell. Es htte analog zu Kopernikus Modell einige Phnomene wie die zeitweise Venussichel und die vernderliche Gre der Planetenscheibchen erklrt. Im Kampf um die Deutungshoheit des astronomischen Weltbildes bekmpfte Galilei den Konkurrenten Tycho Brahe mit Totschweigen.

Der Zensurauflage, das Werk mit einer Schlussrede zugunsten des ptolemischen Systems zu beschlieen, meinte Galilei nachzukommen, indem er diese Rede in den Mund des offensichtlichen Dummkopfs Simplicio legte. berdies beging er den Fehler, sich ber einen Lieblingsgedanken Barberinis (Urban VIII.) lustig zu machen: dass man eine Theorie niemals ber die von ihr vorhergesagten Effekte prfen knne, da Gott diese Effekte jederzeit auch auf anderem Wege hervorbringen knne. Damit hatte Galilei den Bogen berspannt und die Protektion des Papstes verspielt.
Der Prozess gegen den Dialog

Im Juli 1632 wies Riccardi den Inquisitor von Florenz an, er solle die Verbreitung des Dialogo verhindern. Im September bestellte der Papst Galilei nach Rom ein. Mit Bitte um Aufschub, rztlichen Attesten, langwieriger Anreise und obendrein Quarantne infolge der Pestepidemie verging jedoch der gesamte Winter.

In Rom wohnte Galilei in der Residenz des toskanischen Botschafters. Anfang April 1633 wurde er offiziell vernommen und musste fr 22 Tage eine Unterkunft der Inquisition beziehen. Am 30. April bekannte er in einer zweiten Anhrung, in seinem Buch geirrt zu haben, und durfte wieder in die toskanische Botschaft zurckkehren.

Am 10. Mai reichte er seine schriftliche Verteidigung ein, eine Bitte um Gnade. Am 22. Juni 1633 fand der Prozess in der Basilika Santa Maria sopra Minerva statt. Zunchst leugnete Galilei, auf die Dialogform seines Werkes verweisend, das kopernikanische System gelehrt zu haben.

Ihm wurde der Bellarminbrief (welche Fassung, ist nicht bekannt) vorgehalten, und man beschuldigte ihn des Ungehorsams. Nachdem er seinen Fehlern abgeschworen, sie verflucht und verabscheut hatte, wurde er zu lebenslanger Kerkerhaft verurteilt und war somit der Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen entkommen.

Dass Galilei berhaupt verurteilt wurde, war unter den zustndigen zehn Kardinlen durchaus strittig; drei von ihnen (darunter Francesco Barberini, der Neffe des Papstes) unterschrieben das Urteil nicht.

Galilei selbst hielt an seiner berzeugung fest. Die Behauptung, der zufolge er beim Verlassen des Gerichtssaals gemurmelt haben soll, Eppur si muove (und sie [die Erde] bewegt sich doch), gilt vielfach als nachtrgliche Erfindung.[14] Sie wurde jedoch schon zu seinen Lebzeiten verbreitet, wie ein spanisches Gemlde von circa 1643/45 zeigt, das 1911 entdeckt wurde und diese Worte enthlt.[15]

Galilei sah zeitlebens die Kreisbahnen als zentralen Bestandteil des kopernikanischen Systems an und lehnte elliptische Bahnen aus diesem Grund ab. Kepler, mit dem er in Briefkontakt stand, hatte mit seinem Modell der Ellipsenbahnen praktisch alle Ungereimtheiten zwischen Beobachtung und dem heliozentrischen Weltbild beseitigt. Zur Rettung seines Konzepts der Kreisbahnen nahm Galilei in Kauf, dass es die beobachtete Position des Planeten Mars wesentlich schlechter voraussagte als die geozentrischen Modelle von Ptolemaios oder Brahe.

Dass Galilei die Kometen zu atmosphrischen Erscheinungen uminterpretierte, weil die alternative Erklrung von sich im Sonnensystem umherbewegenden Objekten sein Weltbild gefhrdet htte, drfte der Glaubwrdigkeit seines Modells ebenfalls eher abtrglich gewesen sein. Bei den nur unter groen Gefahren fr das Augenlicht beobachtbaren Sonnenflecken kam hinzu, dass deren Zahl nach 1610 abfiel und sie von 1645 an sogar fr fast 75 Jahre nahezu vllig ausblieben (sog. Maunderminimum).

Schlielich diskutierte Galilei in seinem Dialog wohlweislich nur die beiden Weltsysteme von Copernicus und Ptolemaios, Letzteres hatte er anhand der Venusphasen empirisch widerlegt, nicht jedoch das geozentrische Modell von Brahe, das sich mit seinen Beobachtungen ebenfalls vertrug.
Hausarrest 16331642 und die Discorsi

Galilei blieb nach dem Urteil unter Arrest in der Botschaft des Herzogtums Toskana in Rom. Nach wenigen Wochen wurde er unter die Aufsicht des Erzbischofs von Siena gestellt, der allerdings sein glhender Bewunderer war und ihn nach Krften untersttzte. In Siena konnte er seine tiefe Niedergeschlagenheit ber den Prozess und seinen Ausgang berwinden.

Nach fnf Monaten, im Dezember 1633, durfte er in seine Villa Gioiella in Arcetri zurckkehren, blieb jedoch unter Hausarrest, verbunden mit dem Verbot jeglicher Lehrttigkeit. Als er wegen eines schmerzhaften Leistenbruchs um Erlaubnis bat, rzte in Florenz aufsuchen zu drfen, wurde sein Gesuch abgelehnt mit der Warnung, weitere solche Anfragen wrden zu Aufhebung des Hausarrestes und Einkerkerung fhren.

Gem dem Urteil hatte er ber drei Jahre lang wchentlich die sieben Bupsalmen zu beten; diese Verpflichtung bernahm  solange sie noch lebte  seine Tochter Suor Celeste. Zudem wurden seine sozialen Kontakte stark eingeschrnkt. Immerhin war es ihm gestattet, mit seinen weniger kontroversen Forschungen fortzufahren und seine Tchter im Kloster San Matteo zu besuchen. Smtliche Verffentlichungen waren ihm verboten, jedoch fhrte er einen ausgedehnten Briefwechsel mit Freunden und Gelehrten im In- und Ausland und konnte spter zeitweilig Besucher empfangen, darunter Thomas Hobbes und John Milton, ab 1641 seinen ehemaligen Schler Benedetto Castelli.

Galilei hatte seit lngerem Probleme mit seinen Augen; 1638 erblindete er vollstndig  sei es als Folge seiner anfangs ohne ausreichenden Schutz unternommenen Sonnenbeobachtungen oder aufgrund einer genetisch bedingten Veranlagung.[16] Jedoch entdeckte er noch kurz vor dem vlligen Verlust seiner Sehkraft die Libration des Mondes. Ein Gnadengesuch auf Freilassung wurde abgelehnt. Seine letzten Jahre verbrachte er in seinem Landhaus in Arcetri.

Ab dem Juli 1633  noch in Siena  hatte Galilei an seinem physikalischen Hauptwerk Discorsi e Dimostrazioni Matematiche intorno a due nuove scienze gearbeitet. Obwohl das Inquisitionsurteil kein explizites Publikationsverbot enthielt, stellte sich eine Verffentlichung im Einflussbereich der katholischen Kirche als unmglich heraus. So geschah es, dass die Welt zuerst durch Matthias Berneggers lateinische bersetzung von Galileis Werk Kenntnis erhielt, erschienen unter dem Titel Systema cosmicum im Verlag Elsevier und gedruckt 1635 in Straburg bei David Hautt. Ein Druck des italienischen Texts der Discorsi erschien im Jahr 1638 bei Elsevier in Leiden.

Inhaltlich griff Galilei in den Discorsi Anstze und Ergebnisse aus seinen frhen Jahren wieder auf. Die beiden neuen Wissenschaften, die Galilei darin begrndet, sind in moderner Sprache Festigkeitslehre und Kinematik. Er wies unter anderem nach, dass die bogenfrmige Bewegung eines Geschosses aus zwei Komponenten besteht: Die horizontale mit konstanter Geschwindigkeit in Folge der Trgheit, die nach unten gerichtete mit zeitproportional zunehmender Geschwindigkeit durch konstante Beschleunigung. Das Zusammenwirken beider fhrt zu einer parabelfrmigen Flugbahn. In dem Buch findet sich auch ein Paradoxon ber das Unendliche (Galileis Paradoxon), dessen zugrundeliegende Ideen erst viel spter im 19. Jahrhundert von Georg Cantor ausgebaut wurden.
Grab des Galilei, Santa Croce, Florenz

Im Sptherbst 1641 lste Evangelista Torricelli seinen seit 1637 fr ihn ttigen Begleiter Vincenzo Viviani als Assistent und Privatsekretr ab, doch war bereits klar, dass Galilei nicht mehr lang zu leben hatte. Er starb am 8. Januar 1642 in Arcetri. Ein feierliches Begrbnis in einem prunkvollen Grab, das der Groherzog vorgesehen hatte, wurde unterbunden. Er wurde zunchst anonym in Santa Croce in Florenz beigesetzt. Erst ungefhr 30 Jahre spter erfolgte die Kennzeichnung des Grabes mit einer Inschrift. Die heute vorhandene reprsentative Grabsttte in Santa Croce wurde 1737 fertiggestellt. Sie wurde durch eine Stiftung des Galilei-Assistenten Vincenzo Viviani finanziert.[17]
Galilei und die Kirche

Nachdem es den Ppsten und Kardinlen gerade erst gelungen war, mithilfe der Dominikaner- und Jesuitenorden ihren Einfluss in Italien im Kampf gegen die Reformation wieder zu festigen, deuteten sie die Frderung der Wissenschaften in Grobritannien, Holland und Deutschland als fortdauernde Angriffe auf die Erklrungshoheit ihrer Institutionen  des dekretierten Consensus patrum. Sie sahen sich zum Beharren auf dem Althergebrachten gezwungen. Gleichzeitig gab es mchtige kirchliche Stimmen, die eine wrtliche Auslegung der Heiligen Schrift ablehnten und die Argumentation, Glauben und Wissenschaft seien getrennte Sphren, offensiv vertraten. So schrieb Kardinal Bellarmin, dass man, lge ein wirklicher Beweis fr das heliozentrische System vor, bei der Auslegung der heiligen Schrift in der Tat vorsichtig vorgehen msse.[18] Ausdruck der kirchlichen Ambivalenz ihm gegenber ist die recht milde Ermahnung von 1616, Galilei sei im Irrtum des Glaubens und mge darum von einer Verbreitung des kopernikanischen Weltbildes absehen.[19]

Erst nachdem Galilei 1632 mit dem Dialogo wieder fr das kopernikanische Weltbild eintrat und die ersten Exemplare sogar an seine erklrten Gegner wie z. B. den Inquisitor Serristori schickte, wurde ein formales Verfahren gegen ihn erffnet. Auch jetzt noch war das Klima, verglichen mit anderen Hresieprozessen, freundlich und das Urteil milde. Nachdem Galilei geschworen hatte, stets geglaubt zu haben, gegenwrtig zu glauben und in Zukunft mit Gottes Hilfe glauben zu wollen alles das, was die katholische und apostolische Kirche fr wahr hlt, predigt und lehret, erhielt er lediglich Kerkerhaft, die bereits nach wenigen Wochen in Hausarrest umgewandelt wurde. In einem Kerker hat Galilei jedoch nie eingesessen.[20]

Die Tragik von Galileis Wirken liegt darin, dass er als ein zeitlebens tiefglubiges Mitglied der Kirche den Versuch unternahm, ebendiese Kirche vor einem verhngnisvollen Irrtum zu bewahren. Seine Intention war es nicht, die Kirche zu widerlegen oder zu spalten, vielmehr war ihm an einer Reform der Weltsicht der Kirche gelegen. Seine verschiedenen Aufenthalte in Rom bis zum Jahr 1616 hatten auch den Zweck, Kirchenmnner wie Bellarmin davon zu berzeugen, dass die Peripatetiker nicht unfehlbar waren und die Heilige Schrift nicht immer buchstabengetreu gelesen werden msse. Auch war Galilei davon berzeugt, die Werke Gottes durch Experiment und Logik frher oder spter vollstndig klren zu knnen. Papst Urban VIII. dagegen vertrat die Auffassung, dass sich die vielfltigen von Gott bewirkten Naturerscheinungen dem beschrnkten Verstand der Menschen fr immer entzgen.[21]

Der Inquisitionsprozess gegen Galilei hat zu endlosen historischen Kontroversen und zahlreichen literarischen Bearbeitungen angeregt; unter anderem in Bertolt Brechts Leben des Galilei.

1741 gewhrte die rmische Inquisition auf Bitte Benedikts XIV. das Imprimatur auf die erste Gesamtausgabe der Werke Galileis. Unter Pius VII. wurde 1822 erstmals ein Imprimatur auf ein Buch erteilt, das das kopernikanische System als physikalische Realitt behandelte. Der Autor, ein gewisser Settele, war Kanoniker. Fr Nicht-Kleriker war das Interdikt wohl lngst belanglos geworden.

1979 beauftragte Johannes Paul II. die Ppstliche Akademie der Wissenschaften, den berhmten Fall aufzuarbeiten.[22] Am 31. Oktober 1992 wurde der Kommissionsbericht bergeben, und Johannes Paul II. hielt eine Rede, in der er seine Sicht des Verhltnisses von kirchlicher Lehre und Wissenschaft darstellte.[23] Am 2. November 1992 wurde Galileo Galilei von der rmisch-katholischen Kirche formal rehabilitiert. Er soll eine Statue im Vatikan erhalten.[24] Im November 2008 distanzierte sich der Vatikan erneut von der Verurteilung Galileis durch die ppstliche Inquisition. Der damalige Papst Urban VIII. habe das Urteil gegen Galilei nicht unterzeichnet, Papst und Kurie htten nicht geschlossen hinter der Inquisition gestanden.[25]
Wissenschaftliche Leistungen
Begrnder der naturwissenschaftlichen Methode

Galilei gilt als wesentlicher Begrnder der modernen Naturwissenschaften. Zum einen entwickelte er mageblich die fr sie grundlegende Methode, bestehend aus der Kombination von eigener Beobachtung, gegebenenfalls anhand von geplanten Experimenten, mit mglichst genauer quantitativer Messung der beobachtbaren Gren und der Analyse der Messergebnisse mit den Mitteln der Mathematik. Zum anderen forderte er, den so gewonnenen Ergebnissen eine Vorrangstellung vor rein philosophisch oder theologisch begrndeten Aussagen ber die Natur zuzuerkennen.[26]

Es blieb nicht aus, dass Galilei als dem wesentlichen Begrnder der experimentellen Methodik vorgeworfen wurde, einige der von ihm beschriebenen und als Beleg fr die Korrektheit seiner Theorien ausgegebenen Experimente niemals selbst durchgefhrt zu haben. Das gilt in wesentlichen Punkten als widerlegt (siehe Betrug und Flschung in der Wissenschaft).
Beschleunigte Bewegung, Relativittsprinzip und Trgheitsprinzip

Zu den groen begrifflichen Errungenschaften Galileis zhlt die Widerlegung der Bewegungslehre des Aristoteles, insbesondere der darin formulierten prinzipiellen Gegenstze zwischen Ruhe und Bewegung sowie zwischen natrlicher und unnatrlicher (oder erzwungener) Bewegung. Galilei hatte an der schiefen Ebene erstmals die Zunahme der Fallgeschwindigkeit nachgemessen und gefunden, dass sie nicht in diskreten Graden und nicht in Proportion zur durchlaufenen Strecke zunimmt, sondern dass sie in Proportion zur verstrichenen Zeit vom Wert null an stetig anwchst und bis zum Erreichen der Endgeschwindigkeit alle dazwischen liegenden Werte durchluft. Die von Johannes Buridan und Francis Bacon beobachtete Tatsache, dass die rein mechanischen Vorgnge wie Fall und Sto auf einem gleichmig bewegten Schiff genau so ablaufen wie an Land, verallgemeinerte Galilei zu einem neuen Relativittsprinzip: Danach gibt es bei den beobachtbaren Vorgngen keinen absoluten Unterschied zwischen Ruhe und (gleichfrmiger) Bewegung. Das fhrte ihn weiter zur Aufstellung des Trgheitsprinzips, denn wenn die gleichfrmige Mitbewegung eines Krpers mit einem Schiff von einem Mitfahrer des Schiffs genau so gut auch als Ruhe angesehen werden kann, dann erfordert die Aufrechterhaltung dieser Bewegung offenbar keine dauernd wirkende uere Kraft.[27](S. 65), [28](Kap. 7), [29](Kap. 1.4)
Kinematik
Der Leuchter, an dem Galilei die Pendelgesetze untersucht haben soll

Die gleichmig beschleunigte Bewegung beschftigte Galilei ber vierzig Jahre lang. Seine experimentelle Innovation bestand in der Verwendung einer Fallrinne als schiefe Ebene, mit der er die Fallgesetze auf einer verlangsamten Zeitskala studieren konnte. Die Beschleunigung bestimmte er ber seinen Puls, mit Wasseruhren oder dadurch, dass der Krper ein rhythmisches Signal auslst, wenn der Auslser in geeigneten Abstnden platziert ist. Fr die Entwicklung der physikalischen Methode ebenso bedeutsam war Galileis Schritt, die aus Experimenten gewonnenen Kenntnisse dazu zu nutzen, weiterfhrende Experimente zu planen und durchzufhren: Er prparierte mithilfe der schiefen Ebene Krper, die eine definierte horizontale Geschwindigkeit besaen, und konnte mit diesen die Experimente zum horizontalen Wurf anstellen.

Die verbreitete Geschichte ber Galileis eigenhndig durchgefhrte Fallversuche vom Schiefen Turm in Pisa sind als Legende einzustufen, denn es gibt keinen verlsslichen Beleg dafr. Ebenso wurde und wird vereinzelt immer noch bezweifelt, dass Galilei die Versuche zur beschleunigten Bewegung auf der schiefen Ebene wirklich durchgefhrt hat. Die Begrndung beruhte ursprnglich darauf, dass im gesamten Nachlass Galileis, der Anfang des 20. Jahrhunderts publiziert worden war, fast keine Aufzeichnungen zu durchgefhrten Messungen zu finden waren.[30] Jedoch fand in den 1960er Jahren Stillman Drake, nachdem er selber in Florenz in das Archiv hinuntergestiegen war, zahlreiche Bltter von Galileis Hand, die in der Gesamtausgabe fortgelassen worden waren.[31] Es waren die Protokolle der Messungen, die bei der Zusammenstellung der Gesamtausgabe fr unwichtig gehalten worden waren, weil auf ihnen nur wenig oder gar kein Text zu sehen war, dafr aber Skizzen und Zahlen.[32]
Festigkeitslehre

Wie aus dem Titel der Discorsi hervorgeht, verffentlichte Galilei seine Ergebnisse ber die Festigkeit eines Balkens mit dem vollen Bewusstsein, damit eine neue Wissenschaft zu begrnden. Die weitere Entwicklung hat ihm recht gegeben; sein Beitrag kann tatschlich als Begrndung der Festigkeitslehre gelten.

Galilei stellte fest, dass die Tragfhigkeit eines Balkens grer ist, wenn man ihn hochkant, nicht flachkant stellt. Er setzte als Erster die uere Belastung in Relation zu den inneren Spannungen. Eine quantitative Theorie konnte er allerdings noch nicht aufstellen. Den heute Neutralflche genannten Bereich verschwindender Zug- bzw. Druckspannung ordnete er am unteren Rand des eingespannten Balkens statt in der Mitte des Balkenquerschnittes an. Korrekturen dieses Irrtums konnten sich im 17. und 18. Jahrhundert nicht durchsetzen; erst Anfang des 19. Jahrhunderts sorgte Navier erfolgreich fr eine Richtigstellung.
Astronomie

Galileis astronomische Entdeckungen sind im biografischen Teil bereits aufgefhrt. Einige davon zogen bahnbrechende Erkenntnisse nach sich:

    Supernovae finden nicht sublunar statt, sondern weit entfernt: Die Fixsternsphre ist nicht unvernderlich.
    Die Oberflche des Mondes ist rau und die Sonne zeigt Flecken: Krper am Himmel sind nicht perfekt.
    Jupiter umkreisen vier Monde: Es gibt weder undurchdringliche kristallene Himmelssphren, noch dreht sich der ther ewig kreisfrmig um die Erde.
    Die Venus zeigt Phasen: Sie muss daher um die Sonne kreisen, nicht um die Erde.

Weitere Erfindungen

Galileis Thermoskop aus dem Jahr 1592 ist das erste nachweisbare Temperaturmessgert. Es wurde von Santorius mit Skalenstrichen versehen und schlielich von Fahrenheit 1714 entscheidend verbessert.

Christiaan Huygens entwickelte spter Galileis Idee, eine mechanische Uhr durch ein Pendel zu steuern, zur Praxisreife.
Rezeption
Darstellung auf einer ungarischen Sondermarke von 1964

Siehe auch Kategorie: Galileo Galilei als Namensgeber.

Nach Galilei benannt sind:

    im cgs-System die Einheit fr die Erdbeschleunigung Gal
    ein Mondkrater, ein Marskrater[33] und ein Exoplanet
    das Galileo-Thermometer
    das Hemmpendel
    die Galilei-Zahl, eine dimensionslose Kennzahl der Strmungsmechanik
    ein Computerreservierungssystem
    ein Fachverlag
    eine Raumsonde
    ein Satellitennavigationssystem
    eine Fernsehsendung
    der Flughafen von Pisa
    Kliffs auf der Alexander-I.-Insel in der Antarktis
    mehrere Schulen

Literatur

    Bertolt Brecht: Leben des Galilei. (Dnemark, 1938/39) Suhrkamp, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-518-10001-7.
    Im 8. Bild bringt Galilei das Problem von wissenschaftlicher Forschung und theologischer Deutungshoheit mit einem berhmt gewordenen Aperu auf den Punkt: Die Winkelsumme im Dreieck kann nicht nach den Bedrfnissen der Kurie abgendert werden.
    Zsolt Harsnyi: Und sie bewegt sich doch. Aus dem Ungarischen von Joseph P. Toth, Artur Luther. Esche Verlag, Leipzig 1937 (Pabel-Moewig Verlag, 1993, ISBN 3-8118-7557-4).
    Atle Nss: Als die Welt still stand: Galileo Galilei  verraten, verkannt, verehrt. Springer 2006.
    Dava Sobel: Galileos Tochter: Eine Geschichte von der Wissenschaft, den Sternen und der Liebe. Berlin Verlag 2008 (zuerst als Galileos Daughter 1999).

Musik

    Haggard: Eppur Si Muove. Konzeptalbum ber Galileo Galilei, 2004, Metal. Eppur Si Muove heit auf deutsch und sie (die Erde) bewegt sich doch.
    Philip Glass: Galileo Galilei. 2001, Oper.

Kunst
Skulptur Galileo in Berlin

    Skulptur Galileo (1996) von Mark di Suvero auf dem Piano-See am Atrium Tower am Potsdamer Platz in Berlin-Tiergarten

Film

    1947 verfilmten in den USA Ruth Berlau und Joseph Losey die Broadway-Auffhrung von Brechts Leben des Galilei mit Charles Laughton in der Titelrolle. Es handelt sich um einen Schwarz-wei-Stummfilm von 30 Minuten Dauer.
    In einer deutschen Fernsehverfilmung nach Brechts Leben des Galilei[34] unter der Regie von Egon Monk spielte Ernst Schrder den Galilei. Mit 150 Minuten Spiellnge ist das die bisher lngste Umsetzung des Stoffes im Fernsehen.
    In der 76-mintigen amerikanischen Fernsehverfilmung Lamp at Midnight[35] (1966), die nicht auf Brecht beruht, wurde Galilei von Melvyn Douglas gespielt.
    1975 fhrte Joseph Losey Regie in Galileo[36] (USA), einem Spielfilm, der wiederum auf Brechts Stck beruht. Chaim Topol spielte den Gelehrten in dem 145 Minuten lang dauernden Eastmancolor-Film.
    1989 verfilmte der Regisseur Ivo Barnab Micheli unter dem Titel Eppur si muove! Der Prozess Galileo Galilei eigene Recherchen zum Inquisitionsprozess gegen Galilei. Im Film verkrpert Mario Adorf in einer Doppelrolle sowohl die Figur des zeitgenssischen Forschers als auch jene des historischen Galilei. In Interviews kommen u. a. der damalige Kardinal Joseph Ratzinger und der Physiker Carl Friedrich von Weizscker zu Wort.[37]

Literatur
Werke

Galilei verffentlichte seine wissenschaftlichen Erkenntnisse in den folgenden Hauptwerken:

    Sidereus Nuncius. Venedig 1610. (Deutsch: Nachrichten von neuen Sternen)
    Il Saggiatore. Rom 1623. (Deutsch: Der Prfer mit der Goldwaage)
    Dialogo sopra i due massimi sistemi. Florenz 1632. Deutsch: Dialog ber die beiden hauptschlichen Weltsysteme. Leipzig 1891.
    Discorsi e dimostrazioni matematiche. Leiden 1638. Deutsch: Unterredung und mathematische Demonstration ber zwei neue Wissenszweige die Mechanik und die Fallgesetze betreffend. Leipzig 1890.

Neuere Ausgaben sind:

    Edward Stafford Carlos (Hrsg.): The sidereal messenger of Galileo Galilei and a part of the preface to Keplers Dioptrics containing the original account of Galileos astronomical discoveries. London 1880, Archive.
    Arthur von Oettingen (Hrsg.): Unterredung und mathematische Demonstration ber zwei neue Wissenszweige die Mechanik und die Fallgesetze betreffend. Leipzig: Engelmann 1890, Archive.
    Antonio Favaro (Hrsg.): Le opere di Galileo Galilei. 20 Bnde, Florenz 1890 bis 1909, Reprints mit Zustzen Florenz 1929 bis 1939, 1964/1965.
    Emil Strauss (bers., Hrsg.): Dialog ber die beiden hauptschlichsten Weltsysteme. Teubner 1891, Archive.
    Stillman Drake (Hrsg.): Discoveries and Opinions of Galileo. Doubleday & Company, New York NY 1957 (Auswahl aus seinen Schriften).
    Stillman Drake (bers.): On Mechanics. University of Wisconsin Press, Madison 1960.
    Stillman Drake (bers.): Il Saggiatore, The Assayer. In: Stillman Drake, Charles D. OMalley (Hrsg.): The Controversy of the Comets of 1618. The University of Pennsylvania Press, Philadelphia 1960.
    I. E. Drabkin (bers.): On Motion. University of Wisconsin Press, Madison 1960.
    Franz Brunetti (Hrsg.): Opere di Galileo Galilei. 2 Bnde, Turin 1964.
    Pio Paschini, Edmondo Lamalle: Vita e Opere di Galileo Galilei. 3 Bnde, Vatikanstadt 1964.
    Hans Blumenberg (Hrsg.): Sidereus Nuncius. Nachrichten von neuen Sternen. Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft 1980, 2002.
    Galileo Galilei, Anna Mudry (Hrsg.): Schriften, Briefe, Dokumente. Albus im VMA-Verlag, Mnchen 1987, Wiesbaden 2005, ISBN 3-928127-94-2.
    Stillman Drake (bers., Hrsg.): (Discourses on the) Two New Sciences. University of Wisconsin Press, Madison 1974, 2. Auflage 1989, Toronto 2000.
    Dialog ber die beiden hauptschlichsten Weltsysteme. Marix Verlag, Wiesbaden 2014.
    Ed Dellian (bers., Hrsg.): Discorsi: Unterredungen und mathematische Beweisfhrung zu zwei neuen Wissensgebieten. Philosophische Bibliothek, Verlag Felix Meiner, 2015.

Biografien

    Ugo Baldini: Galilei, Galileo. In: Fiorella Bartoccini (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 51: GabbianiGamba. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1998.
    Mario Biagioli: Galilei, der Hfling. Entdeckung und Etikette. Vom Aufstieg der neuen Wissenschaft. Fischer, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-10-009628-2.
    Stillman Drake: Galileo at work. His scientific biography. University of Chicago Press, Chicago 1978, ISBN 0-226-16226-5.
    Stillman Drake: Galileo. Pioneer Scientist. University of Toronto Press, Toronto u. a. 1990, ISBN 0-8020-2725-3.
    Stillman Drake: Galilei. (Reihe Meisterdenker), Herder, Freiburg 1999; Panorama-Verlag, Wiesbaden 2004, ISBN 3-926642-38-6.
    Stillman Drake: Galilei, a very short introduction. Oxford University Press, 2001.
    Stillman Drake: Galileo Galilei. In: Dictionary of Scientific Biography.
    Albrecht Flsing: Galileo Galilei  Prozess ohne Ende. Piper 1983, Rowohlt 1996, ISBN 3-499-60118-4.
    John L. Heilbron: Galileo. Oxford University Press 2010.
    Johannes Hemleben: Galileo Galilei. In Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. rororo 1969.
    Wolf-Dieter Mller-Jahncke: Galilei, Galileo. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopdie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/ New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 452 f.
    Leonardo Olschki: Galilei und seine Zeit. M. Niemeyer, Halle 1927.
    James Reston: Galileo. HarperCollins, New York 1994 (deutsch: Galileo Galilei: Eine Biographie. Aus d. Amerikan. von Helmut Viechtbauer. Goldmann, Mnchen 1998, ISBN 3-442-12744-0).
    Ernst Schmutzer, Wilhelm Schtz: Galileo Galilei. Biographien hervorragender Naturwissenschaftler, Techniker und Mediziner 19, 6. Auflage, Teubner 1989.
    William R. Shea, Mariano Artigas: Galileo Galilei. Aufstieg und Fall eines Genies. Primus, Darmstadt 2006, ISBN 3-89678-559-1.
    Michael White: Galileo antichrist: a biography. Weidenfeld & Nicolson, London 2007, ISBN 978-0-297-84868-4.

Einzelne Aspekte

    Hans Bieri: Der Streit um das kopernikanische Weltsystem im 17. Jahrhundert. Galileo Galileis Akkomodationstheorie und ihre historischen Hintergrnde. Bern 2007 Erklrt Galileis methodischen Vorschlag zu einer biblischen Exegese, welche die Texte als angepasst an menschliche Verstehensmglichkeiten auffasst und zugrundeliegende Traditionen; mit Textedition und Kommentar.
    Horst Bredekamp: Galileis denkende Hand. Form und Forschung um 1600. de Gruyter, Boston u. a. 2015, ISBN 3-11-041457-0.
    David Freedberg: The Eye of the Lynx. Galileo, his friends and the beginning of modern natural history. University of Chicago Press, Chicago Ill. 2002, ISBN 0-226-26147-6.
    Karl von Gebler: Galileo Galilei und die rmische Kurie. Cotta, Stuttgart 1876, Archive.
    Alexandre Koyr: Leonardo, Galilei, Pascal. Die Anfnge der neuzeitlichen Naturwissenschaft (= Fischer 13776). Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1998.
    Alexandre Koyr: tudes galilennes. 3 Bnde. Hermann, Paris 1939, 2. Auflage in einem Band, 1966.
    Lydia La Dous: Galileo Galilei. Zur Geschichte eines Falles. Pustet, Regensburg 2007, ISBN 978-3-7867-8613-9 (zum Verfahren gegen Galilei).
    Erwin Panofsky: Galileo Galilei und die Bildknste. Vorgestellt von Horst Bredekamp, aus dem Englischen von Heinz Jatho. Diaphanes, Zrich 2012, ISBN 978-3-03734-149-0.
    Pietro Redondi: Galilei  der Ketzer. Mnchen 1989, ISBN 3-406-33981-6 (Darstellung des Inquisitionsprozesses von 1633, mit z. T. erstmals verffentlichten Dokumenten).
    Volker Remmert: Widmung, Welterklrung und Wissenschaftslegitimierung. Titelbilder und ihre Funktionen in der Wissenschaftlichen Revolution (= Wolfenbtteler Forschungen. Band 110). Harrassowitz, Wiesbaden 2005, ISBN 3-447-05337-2. Darin vor allem das Kapitel Katholische Bibelexegese und die Wurzeln der Galilei-Affre. Der Kupfertitel der Opera mathematica (1612) von Christoph Clavius. S. 2353.
    Franz Heinrich Reusch: Der Process Galileis Und Die Jesuiten. Eduard Webers Verlag, Bonn 1879, Archive.
    Michael Segre, Eberhard Knobloch (Hrsg.): Der ungebndigte Galilei. Steiner Verlag, 2001.
    Galilei und das Experiment. Praxis der Naturwissenschaften/Physik, Band 56, 2007.
    Istvn Szab: Geschichte der mechanischen Prinzipien und ihrer wichtigsten Anwendungen. Birkhuser, 1979, ISBN 3-7643-1735-3.

Populrwissenschaftliche Bcher zum astronomischen Umfeld

    Arthur Koestler: Die Nachtwandler. Das Bild des Universums im Wandel der Zeit. Scherz, Bern/Stuttgart/Wien 1959. (Suhrkamp, Frankfurt 1980, ISBN 3-518-37079-0).
    Thomas de Padova: Das Weltgeheimnis. Kepler, Galileo und die Vermessung des Himmels. Piper, Mnchen 2009, ISBN 978-3-492-05172-9.

Weblinks
 Wikisource: Galileo Galilei  Quellen und Volltexte (italienisch)
 Wikisource: Galileo Galilei  Quellen und Volltexte (deutsch)
 Wikiquote: Galileo Galilei  Zitate
 Commons: Galileo Galilei  Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

    Literatur von und ber Galileo Galilei im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
    Werke von und ber Galileo Galilei in der Deutschen Digitalen Bibliothek
    Druckschriften von und ber Galileo Galilei im VD 17

berblicksseiten

    Peter Machamer: Galileo Galilei. In: Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy.
    Biografie (englisch)
    Virtuelle Ausstellung der Bibliothek der ETH Zrich
    Galileo-Projekt der Rice-Universitt
    Das Leben Galileo Galileis in Bild und Ton beim Bayerischen Rundfunk
    Contra Galileum Galilei  Die Zchtigung eines freien Geistes (RealMedia-Audio einer Sendung des Bayerischen Rundfunks, Download mglich: 19:03 Min., 5,44 MB; zahlreiche weitere Materialien, auch fr Lehrende).
    William Carroll, Peter Hodgson: Galileo: Science and Religion. Eight Lessons, International Catholic University, Notre Dame, Indiana.

Primrtexte

    Galileis Schriften online (im italienischen Original, 20 Bnde, auch bei Archive)
    Galileis Schriften als Online-Texte (im italienischen Original)
    Manuskripte von Galileo Galilei (De motu, MS 72)
    Archimedes-Projekt (Quellen zur Geschichte der Mechanik)
    I documenti del processo di Galileo Galilei, Die Akten des Prozesses gegen Galilei, in Italienisch und Latein, mit mehrsprachigem Vorwort und einer italienischsprachigen Einfhrung, Vatikanisches Geheimarchiv, 1984
    Sidereus nuncius Magna.

Sichtweise der katholischen Kirche

    Ansprache von Johannes Paul II vom 31. Oktober 1992. Bei: vatican.va. Abgerufen am 5. Februar 2010.
    H.-D. Mutschler: Naturwissenschaft und die Dispensierung der Sinnfrage  Der wahre Konflikt um Galilei. (PDF; 15 Seiten; 68 kB).
    Ausfhrlicher Aufsatz zum Konflikt zwischen Galileo Galilei und Kirche.

Einzelnachweise

Heilbron, Galileo, Oxford UP 2010, S. 8.
Nach Franz Brunetti (Hrsg.), Galilei, Opere, Band 1, Turin, 1964, S. 44, lettore di matematica, ernannt zunchst fr drei Jahre. Er hatte den Lehrstuhl fr Mathematik, weshalb er in der Literatur hufig als Professor in Pisa bezeichnet wird, z. B. in dem Artikel zu Galilei im Dictionary of Scientific Biography oder Heilbron, Galilei, 2010, S. 41.
Heilbron, Galilei, 2010, S. 46.
Il Saggiatore. (Italienisch: Wikisource).
Galilei, Opere, Turin 1964, Band 1, S. 44.
Peter Prantner: Der Einkaufszettel des Galileo Galilei. In: orf.at. 15. Februar 2014, abgerufen am 16. Februar 2014.
Hans Conrad Zander: Warum die Inquisition im Fall Galilei Recht hatte. In: Die Welt. 18. Januar 2008, Online-Version.
Vgl. den Aufsatz von Horst Bredekamp, Angela Fischel, Birgit Schneider, Gabriele Werner: Bildwelten des Wissens. (PDF; 1,6 MB).
Das Labor nach Galilei, Deutsches Museum, Mnchen, abgerufen am 25. Juli 2017.
Mitgliederliste der Crusca mit Bild aus den Bestnden der Akademie.
Originaltext.
Originaltext.
Quellen zum Erscheinungsdatum des Dialogo.
Winfried Hofmann (Bearb.): Geflgelte Worte. Das klassische Zitatenlexikon. 39. Auflage, Frankfurt am Main, Berlin 1993, S. 346 f.
Stillman Drake: Galileo at Work. His Scientific Biography. University of Chicago Press, Chicago 1978, S. 357.
Vgl. Peter G. Watson: The Enigma of Galileos Eyesight. Some Novel Observations on Galileo Galileis Vision and His Progression to Blindness. In: Survey of Ophtalmology. Bd. 54, Nr. 5 (Sep./Okt. 2009), S. 630640, abstract.
walwyn: Tomb of Galileo Galilei  Santa Croce Florence. In: Moriarty. 27. Oktober 2012, abgerufen am 15. November 2015.
Brief Bellarmins vom 12. April 1615 an Foscarini. In: Anna Mudry (Hrsg.): Galileo Galilei: Schriften  Briefe  Dokumente. Band 2, Beck, Mnchen 1987, ISBN 3-928127-94-2, S. 47.
Walter Brandmller: Galilei und die Kirche oder Das Recht auf Irrtum. Pustet Verlag, Regensburg 1982, ISBN 3-7917-0743-4.
Albrecht Flsing: Galileo Galilei: Ein Prozess ohne Ende. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 1996, ISBN 3-499-60118-4.
Matthias Dorn: Das Problem der Autonomie der Naturwissenschaften bei Galilei. Verlag Franz Steiner, Stuttgart 2000, ISBN 3-515-07127-X, S. 75 f.
Peter Markl: Es gengt dem Mathematiker. In: Wiener Zeitung. 11. Juni 1999, abgerufen am 19. November 2013.
Ansprache von Johannes Paul II. an die Teilnehmer der Vollversammlung der ppstlichen Akademie der Wissenschaften vom 31. Oktober 1992. Bei: vatican.va. Abgerufen am 5. Februar 2010.
Vatikan setzt Galileo Galilei ein Denkmal. Auf: Spiegel online. 9. Mrz 2008.
Aus Religion und Gesellschaft. In: DLF. 28. Nov. 2008. (Nachrichten in der Reihe Tag fr Tag), 09:45 Uhr.
Ueli Niederer: Galileo Galilei und die Entwicklung der Physik. In: Vierteljahrsschrift der Naturforschenden Gesellschaft in Zrich. Band 127, Nr. 3, 1982, S. 205229 (online [PDF; abgerufen am 6. Mrz 2016]).
Stillman Drake: Galilei. Herder, Freiburg 1999.
Julian B. Barbour: Absolute or Relative Motion? Cambridge University Press, Cambridge (GB) 1999.
Roberto Torretti: The Philosophy of Physics. Cambridge University Press, Cambridge 1999.
Alexandre Koyr: tudes galilennes. (3 Bde.). Hermann, Paris 1939.
Stillman Drake: Galileo At Work. His Scientific Biography. University of Chicago Press, Chicago 1978, ISBN 0-226-16226-5.
Digitalisiert zugnglich gemacht von der Nationalbibliothek in Florenz und dem Max-Planck-Institut fr Wissenschaftsgeschichte, z. B. imss.fi.it.
MARS, GALILAEI. (Memento vom 10. Mai 2010 im Internet Archive). In: Mars Gazetteer. National Science Space Data Center. Abgerufen am 4. April 2010.
Planetary Map Index. In: USGS Astrogeology Science Center. Abgerufen am 4. April 2010.
Leben des Galilei (1962) in der Internet Movie Database (englisch)
Lamp at Midnight (1966) in der Internet Movie Database (englisch)
Galileo (1975) in der Internet Movie Database (englisch)

    Joachim Gatterer, Jessica Alexandra Micheli (Hrsg.): Ivo Barnab Micheli. Poesie der Gegenstze. Cinema radicale. Folio-Verlag, Wien/Bozen 2015, S. 90100.


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